Strafbefreiende Selbstanzeige

Die Regelungen des Steuerstrafrechts wurden verschärft, der internationale Datenaustausch der Steuerbehörden nimmt stetig zu und das Bankgeheimnis wird immer mehr aufgeweicht. Ziel der internationalen Maßnahmen ist es, die Steuerflucht einzudämmen und zunächst nicht versteuerte Kapitalerträge aufzudecken. Von den Kapitalerträgen ist die Spur zu dem verheimlichten Kapitalvermögen schließlich nicht mehr weit und dieses könnte wiederum aus nicht versteuerten Einkünften oder Erbschaften etc. stammen.

Die Gefahr der Entdeckung durch aufgekaufte Daten-CDs besteht weiterhin und selbst ausländische Banken drängen mittlerweile ihre Bankkunden zur Steuerehrlichkeit.

Aber nicht nur Bankkunden sind im Visier der Steuerfahnder – auch Unternehmer mit Schwarzgeldeinnahmen, Vermieter mit nicht deklarierten Mieteinnahmen und Rentner mit unversteuerten Renteneinkünften müssen mit der Einleitung eines Strafverfahrens rechnen, sobald den Finanzbehörden Hinweise auf hinterzogene Steuern vorliegen.

Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand (§ 370 Abgabenordnung) und nur bei erfolgreicher Selbstanzeige kann Straffreiheit eintreten.

Hier setzt unsere Beratung an, denn nur die Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung nach § 371 Abgabenordnung eröffnet Steuersündern die Möglichkeit einer Rückkehr in die Steuerehrlichkeit. Damit die gewünschte Straffreiheit eintritt, sind jedoch gesetzliche Vorgaben und bestehende Fallstricke zu beachten, insbesondere darf die Tat nicht vor Übermittlung der Selbstanzeige von den Behörden bereits entdeckt worden sein und die hinterzogenen Steuern müssen vollumfänglich nachentrichtet werden.

Weitere Verschärfungen gelten seit 2015: So sind etwa sämtliche Steuerstraftaten einer Steuerart der vorangegangenen 10 Jahre vollständig offenzulegen und von weiterer Strafverfolgung wird bei Hinterziehungsfällen > 25.000 EUR nur nach Zahlung eines Strafzuschlags abgesehen. Außerdem wurden die steuerlichen Verjährungsfristen erheblich ausgedehnt (z.B. bei Kapitalerträgen aus dem nicht-europäischen Ausland auf bis zu 20 Jahre).

Zunächst prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob einer der gesetzlichen Ausschlussgründe das Eintreten der Straffreiheit verhindern könnte. Liegt ein solcher Ausschlussgrund nicht vor, stimmen wir in einem zweiten Schritt ab, welche notwendigen Daten und Dokumente zusammengestellt werden müssen. Dabei ist z.B. für die Anforderung ausländischer Bankunterlagen ein nicht unwesentlicher zeitlicher Vorlauf einzuplanen. Sobald die erforderlichen Unterlagen vorliegen, können wir gemeinsam die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die zuständige Finanzbehörde angemessen zu informieren. In besonders gelagerten Fällen kann es auch sinnvoll sein, korrigierte Steuererklärungen mit vorläufigen Werten einzureichen und die hinterzogenen Steuern bereits zu zahlen, bevor die detaillierten Werte vorliegen.

Wir unterstützen Sie fachkundig  bei der Vorbereitung und Umsetzung der Selbstanzeige und betreuen Sie bis zum Abschluss eines Bußgeld - bzw. eines Strafverfahrens.

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